Bei uns in der Nachbarschaft ist vor 3 Wochen ein Haus komplett abgebrannt. Dachstuhl im Vollbrand als die Feuerwehr eingetroffen ist. Der Brand ist in einem Schuppen neben dem Haus ausgebrochen und hat sich über die Styroporfassade nach oben gearbeitet. Den Brand haben Nachbarn bemerkt.
Jetzt habe ich mich ein bisschen ins Thema eingelesen und werde mit X-Sense ins Rennen gehen, weil über 868MHz vernetzt, Sprachansage, Rauchmelder, CO-Melder, reiner Temperaturmelder, MQTT Integration, …..
Ich möchte im Dachboden auch Rauchmelder montieren, werde dann aber den zulässigen Temperaturbereich von 0 - 40°C sicher nicht einhalten können (nein, ich hab’s noch nicht gemessen!).
Als Automatisierungstechniker mit über 30 Jahren Erfahrung ist mit klar, dass das nicht einhalten von Umgebungsbedingungen zu Problemen führt - sowohl Fehlauslösungen als auch im schlimmsten Fall zum nicht funktionieren.
Jetzt zur eigentlichen Frage:
Habt Ihr Erfahrung mit dem Anwendungsfall “Rauchmelder im Dachboden”?
Gibt es evtl. Fabrikate die so einen Anwendungsfall dezidiert abdecken?
Für Grundsätzlichen Information kannst du dich mal hier einlesen wenn du das auch so bauen möchtest das es auch Versicherungskomform ist.
Was die Hardware dafür angeht, da würde ich mich mal wo mit einem Brandschutzbeauftragten zusammen setzen, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder Berufsfeuerwehr in deinem Ort. Die können dir auch sagen welche Hardware für die einzelnen Aufstellungsorte geeignet sind.
Ich glaube die sind für den Dachboden nicht geeignet:
Die Betriebstemperatur der meisten X-Sense Rauchmelder liegt zwischen 4,4 °C und 37,8 °C. In diesem Bereich arbeiten die Sensoren und Batterien sicher. [1, 2]
Außerhalb dieser Werte kann es zu Fehlalarmen oder Schäden am Gerät kommen. [1, 2]
Minimum: 4,4 °C (nicht im Gefrierbereich montieren).
Maximum: 37,8 °C (Vorsicht im Sommer bei direkter Sonneneinstrahlung auf dem Dachboden).
Lagertemperatur: Zwischen -20 °C und 60 °C (Gerät im Winter bei Nichtgebrauch trocken lagern)
Bei uns im Haus, mit 3 Wohneinheiten, sind mittlerweile 20 Frient-Rauchmelder im Einsatz.
Die max. Temperatur wird vom Hersteller mit 50°C angegeben.
Die Lithium-Zellen sind vom Hersteller mit 85 °C angegeben.
Unser Dachboden ist nur mittelmäßig isoliert.
Da können dann folgende Temperaturen herrschen:
Bei einem nicht ausgebauten, schlecht isolierten Spitzboden unter einem Ziegeldach sind im deutschen Sommer folgende Temperaturen durchaus realistisch:
25 °C Außentemperatur:** etwa **35–45 °C auf dem Dachboden.
30 °C Außentemperatur:** etwa **45–55 °C.
35 °C Außentemperatur:** **55–65 °C sind keine Seltenheit.
Direkt unter den Dachziegeln oder an Sparren, die von der Sonne aufgeheizt werden, können sogar 70–80 °C erreicht werden.
Aus diesem Grund habe ich bisher noch keinen RM auf dem Dachboden installiert.
Ich habe mal überlegt, den Dachboden mit 1 - 2 Ventilatoren aktiv zu belüften, um die Temperaturen zu senken. Aber auch da gibt es Gegenargumente.
Die Ventilatoren verbrauchen Energie
Sie stellen eine mögliche Zündquelle dar, welche ich vorher auf dem Dachboden nicht hatte.
außer Beleuchtung mit gekapselten E27-LED-Leuchtmitteln (Schiffsarmaturen) , aber die sind bei Abwesenheit immer ausgeschaltet.
BTW - wenn sich jemand wundert, warum @tinob den Temperaturbereich des X-Sense mit 4,4°C bis 37,8 °C angegeben hat - das rührt daher, dass der Hersteller die Werte in Fahrenheit veröffentlich (40 - 100 °F) und die Umrechnung diese „krummen“ Werte ergibt.
In dem Zusammenhang habe ich nach Hitzemeldern geschaut. Da habe ich auch welche mit 55° Betriebstemperatur gesehen. Vielleicht ist das ein Weg um mehr Sicherheit auf den Dachboden zu bringen? Ich habe bei .or allerdings auch schon 50°C auf dem Dachboden gemessen.
Dachboden ausbauen und gut isolieren, dann kommst im Sommer Max auf 28 Grad. Hat ein Kumpel auch gemacht, auch die Zimmer darunter schön kühl. Dann passt auch ein Rauchmelder hin hat der auch auf dem Dachboden.
Interessantes Thema, ich habe auch noch keinen RWM auf dem Dachboden.
Die einzige Technik da oben sind derzeit ein Mikrotik Outdoor-PoE-Switch für die Videoüberwachung und ein Z-Wave Temperatursensor.
Ich hatte in den letzten 3 Monaten einen Highscore von 38°C im Schatten auf der Terrasse vs. 42°C auf dem (überhaupt nicht isolierten) Dachboden.
Ist aber auch ein Kehlwalmdach, daher vergleichsweise kleine Dachflächen.
Die Hitze kann über großzügige Lüftungsöffnungen am First entweichen.
Die sind leider auch eine Einflugschneise für Wespen und andere UFOs (= unerwünschte Flugobjekte), aber das ist eine andere Baustelle.
Solarpanels auf Ost- und Südseite tragen offenbar auch zur Wärmeisolierung bei, weil sie den Löwenanteil der Sonneneinstrahlung abhalten und das Dach beschatten.
So wie es aussieht, wird der Sommer NICHT den Temperaturbereich eines RWM sprengen.
Wie es im Winter aussieht wird sich noch zeigen.
Dachboden isolieren ist erstmal keine Option.
Der Energieberater hat gemeint man könnte die Temperaturspanne so um +/- 5° dämpfen, Materialkosten allein ca. 12k€.
Aaaber. Schlauer wäre natürlich neu Eindecken mit Außenisolierung.
Und da sind wir dann bei >60k€.
Und die PV muss natürlich vorher ab- und anschließend wieder aufgebaut werden.