Alte Heizungsanlage „smartifizieren“
Unsere Gasheizungsanlage stammt aus dem Jahr 1996 und hat von Haus aus natürlich nichts für Home Assistant zu bieten.
Aber unser Schornsteinfeger hat gesagt:
„Die tut dat noch gut – lass die drin.“ 
Vor einiger Zeit habe ich deshalb sieben Temperatursensoren vom Typ DS18B20 installiert und ihre Messwerte mithilfe eines ESP8266 in Home Assistant eingebunden.
Dadurch ist der Betrieb der Anlage bereits deutlich transparenter geworden. Vor allem lässt sich die Heizkurve nun genauer und einfacher optimieren.
Mit einem der Sensoren messe ich die Abgastemperatur. Damit überwache ich nicht nur die Temperatur, sondern indirekt auch den Brenner:
- Beim Öffnen der Abgasklappe erkennt ein Aqara-Fenstersensor den Beginn des Startvorgangs.
- Steigt die Abgastemperatur anschließend nicht innerhalb von zwei Minuten an, liegt vermutlich eine Brennerstörung vor.
- Das passiert bei unserer Anlage leider gelegentlich. In diesem Fall muss meistens die Zündelektrode gereinigt werden.
Heute habe ich etwas Neues eingebaut. 
Einen Aqara-Vibrationssensor, den ich einfach auf den Mitnehmerhebel des Mischers geklebt habe.
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Der Sensor kann neben Vibrationen und Beschleunigungen auch seine Winkelstellung auf drei Achsen erfassen. Für diesen Anwendungsfall benötige ich allerdings nur eine Achse.
Die ungefähren Messwerte sehen folgendermaßen aus:
- Mischer geschlossen: etwa −45°
- Mischer zu 50 % geöffnet: etwa 0°
- Mischer vollständig geöffnet: etwa +45°
Diese Winkelwerte lassen sich in Home Assistant relativ einfach in eine Mischerstellung von 0 bis 100 % umrechnen.
Damit eröffnen sich einige interessante Möglichkeiten:
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Mischerstellung in Prozent anzeigen:
0 % entspricht einem vollständig geschlossenen und 100 % einem vollständig geöffneten Mischer.
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Stellung und Temperaturverlauf vergleichen:
Die Mischerstellung lässt sich gemeinsam mit Vorlauf-, Rücklauf- und Außentemperatur in einem Diagramm darstellen. Dadurch kann man erkennen, ob eine Stellungsänderung tatsächlich die erwartete Veränderung der Vorlauftemperatur bewirkt.
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Einen defekten oder festsitzenden Mischer erkennen:
Beispielsweise wenn sich der Mischer bewegt, die Vorlauftemperatur darauf aber nicht reagiert – oder wenn Wärme benötigt wird, der Mischer jedoch geschlossen bleibt.
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Eine unruhige Regelung erkennen:
Pendelt der Mischer ständig zwischen unterschiedlichen Stellungen, könnten die Heizkurve, die Reglereinstellungen oder der Stellmotor ungünstig eingestellt sein.
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Unplausible Zustände melden:
Denkbar wären beispielsweise folgende Hinweise:
- Mischer länger als 15 Minuten zu über 90 % geöffnet, Vorlauf trotzdem zu kalt
- Mischer geschlossen, Vorlauftemperatur steigt dennoch stark an
- Brenner läuft, Mischer bleibt aber geschlossen
- Mischerstellung verändert sich trotz Heizbetrieb über längere Zeit nicht
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Aufheizverhalten untersuchen:
Man kann nachvollziehen, wie lange es nach dem Öffnen des Mischers dauert, bis die Vorlauftemperatur steigt und sich die Räume erwärmen.
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Mögliche Energieverschwendung erkennen:
Ein weit geöffneter Mischer bei bereits ausreichend warmen Räumen könnte auf eine zu hoch eingestellte Heizkurve, eine ungünstige Regelung oder einen fehlenden hydraulischen Abgleich hinweisen.
Mal sehen, welche Erkenntnisse sich daraus im laufenden Betrieb noch gewinnen lassen. 
Auf lange Sicht wird sich die Knopfzelle CR2032 des Sensors durch die häufigen Bewegungen des Mischers relativ schnell aufzehren. Ich rechne mit wenigen Monaten.
Da ich ja bereits einen ESP8266 an der Heizung verbaut habe, welcher mit 5V von einem Steckernetzteil versorgt wird und einen Ausgang mit 3,3V hat, kann ich diese 3,3V über eine Schottky-Diode auf 3,1V - 3,2V reduzieren und direkt an den Aqara Sensor, anstelle der Knopfzelle anschließen. Die Leitung muss dann nur entsprechend flexible sein, um die Bewegung mitzumachen.