Smarthome-Start mit proprietärem System?

Ich habe mal meinen aktuellen Smart-Home-Ansatz zusammengefasst, weil die Frage beim Einstieg ja oft ist:

Starte ich direkt komplett offen – oder nehme ich erstmal ein fertiges Herstellersystem?

Meine Erfahrung nach fast 10 Jahren im eigenen Haus: Es muss nicht zwingend entweder/oder sein.

Bei mir läuft Busch-Jaeger free@home weiterhin als solide Basis für Licht, Rollläden, Heizkörper, Taster und einfache Szenen. Also für die Funktionen, die im Alltag zuverlässig und ohne große Bastelei funktionieren sollen.

Home Assistant sitzt darüber und übernimmt die systemübergreifenden Dinge: PV, Wärmepumpe, Haushaltsgeräte, Visualisierung und Energiemanagement.

Zwei Punkte finde ich daran besonders wichtig:

Erstens: Gerade bei Hausbau, Hauskauf oder Sanierung kann ein gut integriertes Herstellersystem viel Stress rausnehmen.

Zweitens: Wenn das System später sauber in Home Assistant eingebunden werden kann, verbaut man sich damit nicht automatisch den offenen Weg.

Das Video dazu findet ihr hier:

Warum sich Home Assistant und free@home perfekt ergänzen | Smarthome-Einstieg 2026
https://youtu.be/-aW9iW41nG4

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Wasser auf meine Mühlen, ich glaube das ist relativ normal.
Die meisten von uns haben sicher nicht mit HA angefangen.

In meinem Bekanntenkreis haben fast alle mit Fritz ihre ersten Schritte gemacht (ich auch), einer mit HomeMatic, einer mit Eltako.

Es ist auch nur sinnvoll (Ausfallsicherheit!), die „alte“ Kernfunktionalität intakt zu lassen (so lange sie den Zweck erfüllt) und HA oben drauf zu setzen.

Ich sage immer, HA ist keine Einstiegsdroge sondern ein Evolutionsschritt: HA kommt dann zum Einsatz wenn wir merken dass unser Startsystem nicht offen oder flexibel genug ist.

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Sehr schön, danke für die zahlreichen Beispiele. Stimmt, Fritz ist auch noch so ein Ding…

Und ein schöner Satz, “…kein Einstieg, sondern Evolutionsschritt…”

Merke ich mir. Und danke für die differenzierte Betrachtung.

Was hast du inzwischen alles im Einsatz?

Mein Smart-Home-Wahnsinn begann mit DECT-ULE (Fritz).

Die quasi nichtexistente „Kernfunktionalität“ der Fritzbox war damals der Grund auf HA umzusteigen, damit konnte ich endlich smart heizen (Fenster auf → Heizung aus).

Inzwischen managen die Fritzen außer einer handvoll Thermostate nur noch Telefonie, alles andere im Netzwerk macht Mikrotik.

Dann gibt’s da noch EnOcean, weil meine Rolladenantriebe nur EnOcean können. Hätte ich damals gewusst was ich heute weiß wären das ganz normale Antriebe mit Tasterbedienung geworden und ein paar Shellys.
Ausrangieren kann ich EnOcean wegen der Antriebe eh nicht, also bleibe ich dabei.
Derzeit 8 oder 9 Geräte im Einsatz. Die Netzabdeckung ist nicht der Hit.

Zigbee (ca 60 Geräte) habe ich auch, viel davon stammt aus dem Einsteiger-Kaufrausch.

Mit Z-Wave (knapp 40 Geräte) fing ich an als ich bemerkte, dass Zigbee nicht so wahnsinnig stabil läuft. Vor HmIP war mein Z-Wave der stabile Teil des Smart Homes, der Fels in der Brandung.

Ein paar LAN- und WiFi-Geräte hängen hier auch noch im Netz (PV, Überwachungskameras etc). Im eigenen VLAN, versteht sich.

Und vor einem Jahr oder so habe ich HomematicIP für mich entdeckt.
Derzeit 15 Geräte, Tendenz steigend. Vor allem die unsichtbar verbaubaren Fenstersensoren haben es mir angetan.
Wenn mal wieder irgendein Zigbee-Gerät verendet wird es durch HmIP ersetzt.

Alles in Allem eine ziemlich wüst gewachsene Struktur. Von allem etwas. Jede Menge Beispiele wie man es nicht machen sollte. Immerhin ist alles haarklein dokumentiert.

Aber es läuft weitgehend sauber, ich werfe nichts weg was noch funktioniert.

Aus heutiger Sicht würde ich dem geneigten Smart-Home-Einsteiger HmIP empfehlen, und zwar in Form eines HA Green mit OpenCCU und einem HmIP USB-Stick.

Die HmIP-Hardware ist erstklassig. Die CCU-UI ist zwar etwas altbacken und fummelig, aber einmal programmiert kann man getrost vergessen dass sie da ist.

Home Assistant oben drauf erlaubt maximale Flexibilität, und sei es nur um die schon vorhandene Fritzbox einzubinden.

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