Experiment: Warum KI-generierter YAML-Code teure Hardware grillen kann (OLED-Schutz)

Hallo zusammen,

​ich habe heute ein interessantes Experiment gestartet, das ich gerne mit euch teilen und diskutieren möchte. Da laut aktuellen Umfragen immer mehr von uns KI-Systeme (ChatGPT, Gemini oder auch lokale LLMs via Ollama) nutzen, um YAML-Code für Home Assistant zu generieren, habe ich den Praxistest gemacht.

​Das Szenario: Ein identischer Prompt mit der Aufgabe, eine smarte Steckdose am Fernseher nach 5 Minuten abzuschalten, wenn der Verbrauch unter 10 Watt fällt (klassisches Standby-Stromsparen).

​Die Ergebnisse zeigen im Detail den Unterschied zwischen reiner digitaler Logik und der realen Hardware-Welt:

​Logik-Fail bei der lokalen NAS-KI (Qwen 3.5): Das Modell baute ein blockierendes delay direkt in die Action bei einem mode: single. Fällt der TV kurz unter 10 Watt, schläft die Automation. Schaltet man den TV in den 5 Minuten wieder ein, läuft der Timer im Hintergrund weiter und knipst den Strom mitten im Betrieb eiskalt weg.

​Die Hardware-Falle bei ChatGPT & Gemini: Syntaktisch war der Code perfekt mit der for-Bedingung im Trigger. Aber: Beide KIs schalten stur nach 5 Minuten ab. Das ist kein Fehler der KI, sondern das Ergebnis eines unvollständigen Prompts („Garbage In, Garbage Out“). Wer diesen Code blind für einen modernen OLED-TV übernimmt, ruiniert auf Dauer das Panel, weil der lebenswichtige automatische Pixel-Refresher im Standby (der 10–15 Minuten braucht) mitten im Zyklus abgewürgt wird.

​In der Community kam auch schon die spannende Idee auf, ob man so etwas künftig über einen eigenen Device-Layer oder direkt über einen spezifischen MCP-Server (Model Context Protocol) lösen müsste, um der KI die gerätespezifischen Schutzregeln direkt als festen Kontext mitzugeben.

​Wie löst ihr das? Achtet ihr beim KI-Prompting explizit auf den Hardware-Schutz oder bessert ihr immer manuell nach?

​Den kompletten Code-Vergleich und die materialschonende Master-YAML-Logik (mit 20 Minuten Pufferzeit für den Refresher) habe ich euch hier zusammengefasst:

:backhand_index_pointing_right: meinesmartewelt.de

​Ich bin gespannt auf eure Meinungen und eure Prompt-Erfahrungen!

​Beste Grüße

Thorsten (Meine smarte Welt)

1 „Gefällt mir“

Bei mir bekommt der OLED dauerhaft Strom. Über die Automation wird nur der Teil zur Medienwiedergabe und der AV Receiver ausgeschaltet. Da mein Samsung fast 10w Standby Verbrauch hatte, habe ich SmartThings ausgeschaltet.

Zum Thema Promt, der erste Versuch ist nie perfekt und die Aufgaben müssen unterteilt werden. Gerade wenn man Ideen verworfen hat, ist es häufig notwendig eine neue Unterhaltung anzufangen. Sonst hängt sich die KI auch Mal an längst gelösten Problemen auf.

1 „Gefällt mir“

Hi, was hast du genau für ein LLM eingestezt, also welche Version von qwen3.5. Mit qwen3.6-35b-A3B kommen schon gute Ergebnisse heraus. Hier und da muss etwas nachgearbeitet werden, aber das sind eher kleine Fehler. Qwen3.6-27b soll noch etwas besser sein, aber läuft halt auch nur halb so schnell.

Gut ist generell, wenn die lokalen LLM mit Vorlagen arbeiten können. Ich erstelle mir dazu bei komplexen Sachen ein plan.md worin ich Beispielcodes für eine Automatisierung und Co hinterlegen kann. Das funktioniert dann eigentlichen immer sehr gut.

gemma4-26b-E4B ist für so kleine Automatisierungen auch ok.

1 „Gefällt mir“

Hi! Mega starker Input, danke dir. Ich habe für diesen ersten Testballon das Qwen3.5-35B-Instruct genutzt, um zu sehen, was die gängigen „Brot-und-Butter-Modelle“ im Standard-Setup auswerfen. Aber du hast absolut recht: Die neueren, größeren Iterationen wie die Qwen3.6-Reihe oder auch Gemma4 bringen da noch mal ein ganz anderes Level an Kontext-Verständnis mit.

Dein Ansatz mit der *plan.md* und den hinterlegten Beispielcodes ist übrigens genial. Das ist genau das richtige Prompt-Engineering, um der KI den nötigen „Device-Layer“ bzw. Hardware-Kontext vorzugeben, damit eben keine fatalen Fehler entstehen.

Nimmst du für die *plan.md*-Strukturierung ein bestimmtes Framework oder fütterst du das einfach als rohes Markdown-Template in den System-Prompt?

1 „Gefällt mir“

Klasse gelöst! Den Fernseher am Strom zu lassen und nur den AV-Receiver und die Medienwiedergabe hart zu trennen, ist der Königsweg für den Geräteschutz. Spannend auch der Punkt mit den 10W durch SmartThings – genau solche versteckten Standby-Fresser übersieht man leicht.

Dein Tipp zum Prompting ist pures Gold wert. Dieses „Aufhängen“ an alten Code-Fragmenten in langen Chat-Verläufen ist ein bekanntes Problem. Den Chat frisch zurückzusetzen und Aufgaben in logische Teilbereiche zu zerlegen (Chain-of-Thought), bringt oft zehnmal bessere Ergebnisse als ein riesiger Monster-Prompt.

Danke für den starken Input!

1 „Gefällt mir“

Also ich weiß ja nicht, ob das überhaupt nötig ist, der KI solche Hardware-Hinweise zu geben. Meistens weiß man doch selbst am meisten über seine Geräte Bescheid und kann einfach genauer Prompten. Statt „Schalte den TV nach 5 Minuten aus“ sagt man halt im Prompt schon, wie man es gerne hätte :slight_smile:
Das klingt ehrlicherweise ziemlich over engeneered

2 „Gefällt mir“

Da bin ich voll bei dir! Genau das ist der Punkt: Man muss es der KI im Prompt schon direkt mitgeben (also z. B. direkt nach 20 Minuten statt 5 Minuten verlangen). Das Problem ist nur, dass viele Einsteiger genau das im Alltag vergessen, weil man im ersten Moment nur an die reine Logik („wenn aus, dann Strom weg“) denkt und die Hardware-Eigenschaften nicht auf dem Schirm hat.

Wenn man den Prompt von vornherein so präzise aufbaut wie du, ist man auf der sicheren Seite. Dann ist es auch nicht over-engineered, sondern einfach direkt richtig geplant! :+1:

2 „Gefällt mir“

Provozierende These: Ist diese Kümmerung um den Standby-Verbrauch nicht ein Thema aus dem letzten Jahrzehnt? Heutzutage sind die Standby-Verbräuche so viel niedriger als noch vor Jahren (auch wegen der EU Vorgaben für z.b. Netzteile, Ladegeräte)
Und: alle hier versammelten Personen haben eine PV und einen Speicher dahinter, die Kombi kann die paar Wh für die Standby-Verbräuche gut bereitstellen.
Alles ohne KI. :wink: :smiley:

3 „Gefällt mir“

Genau aus diesem Grunde stehen „solche“ Aktionen auf meiner Prioritätenliste ganz hinten! :wink:

3 „Gefällt mir“

Wenn man nur die einzelnen Verbraucher betrachtet sicher. Aber wenn ich zusammenrechnen wie viele Geräte dauerhaft am Stromnetz angeschlossen sind, vor 15 Jahren und heute, da hat sich die Anzahl extrem vervielfacht.

Für mich ist das Thema jedenfalls nicht durch. Meine 6kWh Speicher sind am unteren Ende dimensioniert.

2 „Gefällt mir“

Spannende These, und du hast in vielen Punkten absolut recht! Die EU-Vorgaben haben den Standby-Verbrauch moderner Geräte im Vergleich zu früher extrem minimiert. Und wer eine PV-Anlage mit Speicher im Keller hat, den jucken die paar Wattstunden über die Nacht meistens herzlich wenig.

Der eigentliche Knackpunkt, um den es mir im Video ging, ist aber gar nicht das stumpfe Cent-Sparen, sondern der Schutz der Hardware. Wenn KIs unüberlegt Steckdosen knipsen und dabei empfindliche Geräte (wie den OLED-Refresher oder auch Systeme mit hohem Standby-Verbrauch durch aktive Smart-Funktionen) abwürgen, wird aus dem vermeintlichen Spar-Hack schnell ein teurer Schaden.

Es geht also weniger um die Stromrechnung, sondern vielmehr um die Betriebssicherheit im smarten Zuhause. Aber genau für so einen genialen Austausch liebe ich die Diskussionen hier! :+1:

1 „Gefällt mir“

Vollkommen verständlich! Wer die Energie über die eigene PV-Anlage und den Speicher abdecken kann, für den hat das reine Standby-Sparen logischerweise keine hohe Priorität.

Der Fokus verschiebt sich dann eher darauf, dass die Automatisierungen im Hintergrund keinen Unfug anstellen oder sensible Geräte blockieren. Genau deshalb ist es so spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Setups und Prioritäten in der Community sind! :+1:

2 „Gefällt mir“

Absolut Richtig, wenn der Strom teurer wird bekommt meine Frau halt keine neue Ti,t.t.en :sweat_smile:
Hauptsache Home Assistant läuft.

Aber, „Sorry mal!“

Wenn du die Kontrolle an eine KI abgibst musst du mit den Folgen leben!

Es sollte einfach auch immer noch genug „natürliche Intelligenz“ vorhanden sein!

Eine KI ist in erster Linie „nur ein Werkzeug“, wenn du dir mit der Kettensäge ein Bein weghobelst ist doch auch nicht die Säge schuld!

Das ganze hier ist in meinen Augen schon wieder mal eine „arg reisserisch aufgemachte These!“ :woman_shrugging:

2 „Gefällt mir“

Da sprichst du einen verdammt wichtigen Punkt an – und genau da bin ich absolut bei dir. Das Werkzeug ist immer nur so schlau wie derjenige, der es bedient. Wer blind den YAML-Code aus einem LLM kopiert, ohne zu verstehen, was die Zeilen eigentlich triggern, handelt fahrlässig. Die Verantwortung für die Hardware liegt zu 100 % beim Betreiber, nicht bei der KI.

Die Kettensägen-Metapher trifft es perfekt. Deshalb ist die Neuausrichtung meines Kanals auch kein „KI-Hype“, sondern das genaue Gegenteil: Ein lauter Warnruf und ein Plädoyer für die „natürliche Intelligenz“. Es geht mir darum, der Community zu zeigen, dass man KI-generierten Code eben *nicht* ungeprüft übernehmen darf, weil die Modelle weder aktuelle Breaking Changes kennen noch die physikalischen Eigenheiten deiner Hardware verstehen.

Mein Ziel ist es, die Zuschauer zu befähigen, den Code zu hinterfragen, Sicherheitsrisiken zu erkennen und eben jene logischen Absicherungen (wie Leistungsmessung statt bloßem Status-Check) manuell einzubauen. KI als simpler Entwurfs-Assistent? Ja. Als Autopilot für die Haustechnik? Auf keinen Fall. Danke für dein ehrliches und direktes Feedback – genau dieser kritische Diskurs hält die Community wach!

1 „Gefällt mir“

Ok, da sind wir uns ja einig! Da nehme ich vorerst mal das „reisserisch“ zurück! :wink:

Ich arbeite ja selber viel mit KI (schätze das als „Werkzeug“ auch sehr!) und habe da mittlerweile ein „lachendes“ aber auch ein „weinendes“ Auge dazu. Es ist doch nur noch eine Frage der Zeit bis da der erste „Gau“ passiert, und ich vermute da wird mehr als nur ein OLED kaputtgehen! :scream:

2 „Gefällt mir“

Da sprichst du eine reale Befürchtung an, die in der Tech-Szene hinter vorgehaltener Hand von vielen geteilt wird. Das Problem ist die Skalierung: Früher mussten sich Leute mühsam durch Foren wühlen, heute spuckt die KI komplexe System-Befehle, Netzwerk-Freigaben oder Skripte in Sekundenschnelle aus. Wenn das unreflektiert auf kritische Infrastruktur – sei es das eigene Heimnetzwerk oder im größeren Stil – losgelassen wird, ist der logische Fehler vorprogrammiert.

Das „weinende Auge“ ist absolut berechtigt. Je zugänglicher die Technologie wird, desto geringer wird oft das tiefere Verständnis für die Prozesse dahinter. Wenn die KI empfiehlt, Ports im Router zu öffnen, um den Zugriff zu erleichtern, ohne die Sicherheitsrisiken zu erwähnen, ist das genau die Art von digitalem Brandstifter, vor dem man warnen muss.

Es bleibt dabei: Die KI liefert die Bausteine, aber die Statik des Hauses muss der Mensch prüfen. Genau deswegen ist ehrliche Aufklärung in der Community wichtiger denn je, um eben diesen „Gau“ im privaten Rahmen zu verhindern.

1 „Gefällt mir“

„Wir stehen an einem Punkt, gegen den die industrielle Revolution wie Pillepalle wirkt. Damals haben Maschinen unsere Muskeln ersetzt – heute ersetzen sie unser Gehirn !

Das Ganze ist wie in der Geschichte vom Zauberlehrling: Wir haben uns einen digitalen Besen gebaut, der uns die Arbeit abnehmen soll. Wir lassen die KI laufen, verstehen aber meist selbst nicht mehr genau, wie sie eigentlich zu ihren Ergebnissen kommt.

Sie tut zwar, was wir ihr sagen – aber ist das auch wirklich das, was wir eigentlich wollten?

Wenn bei einer Software etwas schiefläuft, betrifft das nicht nur ein einzelnes Gerät. Fehler kopieren sich im Netz in Sekundenschnelle millionenfach auf der ganzen Welt. Dann geht nicht nur ein OLED-Fernseher kaputt, sondern im schlimmsten Fall brechen Stromnetze, Infrastruktur oder wichtige Versorgungssysteme zusammen.

Die große Frage ist: Kriegen wir das noch rechtzeitig in den Griff, oder kontrollieren uns die Geister, die wir gerufen haben, am Ende selbst?

Das Problem ist nämlich:

In der echten Welt gibt es keinen alten Meister, der am Ende reinkommt und für uns den Stecker zieht. Wir müssen selbst aufpassen, dass uns das Wasser nicht bis zum Hals steht.“

Da lobe ich mir die „Gnade der frühen Geburt“! Ich muß mir den Scheiss, wenn alles gut geht, nur noch 20 Jahre (die Hoffnung stirbt zuletzt!) antun …

3 „Gefällt mir“

Wow, was für ein starker und tiefgründiger Kommentar! Du triffst den Nagel mit dem Vergleich zum Zauberlehrling absolut auf den Kopf. Genau das ist die „Kognitions-Falle“: Wir delegieren die Logik an Systeme, deren exakte Verarbeitungswege wir im Detail oft gar nicht mehr nachvollziehen können.

Und dein Punkt zur Skalierung von Fehlern im Netz ist extrem wichtig. In einer komplett vernetzten Welt pflanzen sich Logikfehler nicht mehr nur lokal fort, sondern replizieren sich in Sekundenschnelle. Genau deshalb ist dieser kritische Blick auf das, was wir da eigentlich „prompteen“, so überlebenswichtig für unsere smarten Systeme – egal ob es um das teure OLED-Panel zu Hause oder um kritische Infrastrukturen im Großen geht.

Auch wenn du dir das Ganze hoffentlich noch sehr viel länger als 20 Jahre entspannt anschauen kannst: Genau aus diesem Grund dürfen wir den „alten Meister“ nicht herbeisehnen, sondern müssen die Kontrolle und das kritische Code-Auditing selbst in der Hand behalten.

Vielen Dank für diesen genialen Denkanstoß in der Diskussion! :folded_hands:

2 „Gefällt mir“

@MeinesmarteWelt
Noch 'ne steile These: Lässt Du eine KI deine Posts formulieren? Sie klingen wenig „menschlich“, eher KI-isch. Als ob Du das Thema/die Argumente vorgibst, und sie dann von einer KI ausformulieren lässt.

3 „Gefällt mir“