Bei mir flatterte eine happige Stromnachzahlung ins Haus und ich wusste nicht mal genau woher sie kam. Lag es nur am E Auto oder auch an anderen Verbrauchern? Deswegen habe ich Schluss gemacht mit Raten und angefangen, meinen Hausstrom wirklich bis ins Detail zu messen.
Ich gehe in vier Leveln vor:
- Level 1: Stromzähler per Infrarot-Lesekopf auslesen (lokal, direkt in Home Assistant)
- Level 2: Hauptleitung mit einem Shelly 3EM Pro oder Rehfors überwachen
- Level 3: Einzelne Phasen der Unterverteilung messen
- Level 4: Einzelgeräte per Smart-Steckdose oder Shunt-Messung erfassen
Ein paar ehrliche Worte dazu: Der Weg war anstrengend. Der erste Elektriker hat die Leitung falschrum eingebaut, ein zweiter musste ran. Für den Pin vom Netzbetreiber habe ich in Baden-Württemberg rund zwei Wochen gewartet. Und das Rehfors 6-Kanal hat so einen riesigen Stecker, dass ich echt kämpfen musste um es überhaupt in die Unterverteilung zu bekommen.
Am Ende steht aber eine lückenlose Messung im Energy Dashboard. Nur noch 0,036 kWh pro Tag sind bei mir nicht erfasst. Zusätzlich nutze ich die PowerCalc Integration für virtuelle Verbraucher.
Danke auch an meine Kollegen für die Videos zur Einrichtung vom Refoss, oder Shelly oder PowerCalc (Verlinkt im Video Beschreibung)
Was überwacht ihr so im Zählerschrank bei euch und der Hauptverteilung?
Ich hoffe doch mindestens den Stromzähler mit einem IR Lesekopf.
Jede Phase pro Stockwerk zu sehen macht schon echt spaß, auch wenn jetzt echt viele Shellys im Haus verbaut sind.
Ich habe einen Shelly Plug, der heißt in HA „Wanderdose“. Damit überprüfe ich Geräte, die nicht dauerhaft überwacht und geschaltet werden müssen. Ist günstig und wirkungsvoll. Gute 25 Geräte überwache ich trotzdem dauerhaft. Der Backofen fehlt mir aber als Großverbraucher… Aber ganz ehrlich, für den Anfang ist auch eine Wanderdose hilfreich. Jeder Shelly nimmt sich mit angezogenem Relais ca. 1,2W, das summiert sich auf Dauer. Hinter dem Hauptschalter habe ich natürlich einen Shelly im Sicherungskasten.
Bei mir im Haus wurden vor zwei Jahren sämtliche Stromzähler gegen intelligente Messsysteme ausgetauscht. Die übertragen die Daten regelmäßig über ein Kommunikationsmodul (Smart-Meter-Gateway) zum Stromanbieter, sodass niemand mehr die Verbräuche vor Ort ablesen muss.
Ich hatte damals gleich beantragt, Zugangsdaten für das Internet-Portal von DIGImeto zu bekommen, um selbst auf meine Verbrauchsdaten zugreifen zu können.
Leider habe ich noch keinen Weg gefunden, um die Daten direkt in HA zu verwenden.
Die Zähler-Daten werden einmal pro Nacht übertragen, sodass ich in dem Internet-Portal immer „nur“ Werte bis zum Vortag sehen kann.
Um die Daten dann doch in HA verwenden zu können, lade ich sie ab und zu als CSV-Datei runter, wandle das Format dann mit einem Python-Skript um, damit ich sie anschließend mit der HACS-Integration Import statistics in HA importieren kann.
Das funktioniert eigentlich sehr gut, bedeutet aber immer einen gewissen manuellen Aufwand.
Mich würde mal interessieren, ob das noch jemand nutzt, und ob es ev. andere Möglichkeiten gibt, die Daten automatisiert zu lesen und an HA zu übertragen.
Ich hab manchmal einfach eine Tasmota genutzt und wusste dann nie, welche die Wanderdose war.
@HAndy Bekommst du da irgendwie mehr Infos als über die IR Schnittstelle? Klingt nach deutlich mehr Aufwand, als einmal ein IR Lesekopf zu installieren, aber vielleicht übersehe ich was
Nein. Ich bekomme einfach nur den Stromverbrauch im 1/4 Stunden Takt.
Ein IR Lesekopf kommt für mich nicht in Frage, da der Zugang zu den Zählern eingeschränkt ist und es auserdem schwierig wird, die Daten aus dem Keller in meine Wohnung zu übertragen.
Da in dieser Wohnung nahezu alle Geräte elektrisch betrieben werden, mit Ausnahme der Fußbodenheizung, habe ich bisher alle Steckdosen in den jeweiligen Bereichen entweder mit Shelly-Geräten oder im Keller und Garten mit der Eve Matter Outdoor-Steckdose ausgestattet. Zwei Großverbraucher, der Ofen und der Warmwasserboiler, müssen noch erfasst werden.
Dieser Ansatz bietet auch den Vorteil, dass ich sofortige Benachrichtigungen über erhöhte Leistungsaufnahmen in bestimmten Bereichen erhalten kann, wie beispielsweise beim Kühlschrank, der aus unerklärlichen Gründen plötzlich seinen Verbrauch verdoppelt hatte.
Vielen dank für dein Ausführliches Video.
Sag mal bitte, benötige ich zu meinem Shelly Pro 3 EM noch den Stromleser am Zähler, oder ist das nur ein Gimmig was nicht sein muss?
Ich habe den Shelly Pro 3 EM auch im Einsatz, der wird ja einfach über die Induktionsschleifen um die drei Phasen gepackt und dann entsprechend im Zählerkasten angeschlossen. Am Zähler selber ist da nichts weiter montiert bei mir. Das ist bei Alkly eine zweite Art den Zähler auszulesen. Ein Weg reicht aber aus.
Mit dem Stromleser am Zähler hast du die genaueren Werte was den Verbrauch angeht wo du beim Shelly die nicht so sind und es können ganz schöne Abweichungen sein! Beim Stromleser sieht man da auch die Werte der einzelnen Phasen?
Kommt auch darauf an für welchen Einsatz du was verwenden möchtest! Wenn du was steuern willst in HA damit, wird wahrscheinlich der Shelly Pro die bessere Wahl sein, da man mit dem mehr Datenpunkte bekommt die man für Automatisierungen braucht!
Ich kenne die Stromleser so nicht, bei uns gibt es seit Jahren nur mehr SmartMeter und über die WebUI des Netzbetreiber kann man alle Daten sich ansehen in 15Min Takt!
Nein! Der Shelly 3em und auch die Pro Variante sind sehr genau. Die Abweichung ist nicht höher als beim Stromzähler selbst. Bisher hatte ich immer weit unter 1% Abweichung und diese Beobachtung deckt sich auch mit den eigenen Beobachtungen anderer Leute.
Die Shellys mit der Bezeichnung PM könnten genauer sein, aber diese beiden vollkommen unterschiedlichen Messmethoden in einen Topf zu werden ist sachlich falsch.
Ja, bei 3000kWh waren es 7kWh Differenz. Spielt aber auch keine Rolle, sowohl der Shelly als auch der Zähler des Messtellenbetreibers haben Werkseitig eine weit höhere Fehlertoleranz. Das die so dicht beieinander lagen ist eher Zufall.
Der einzige wirkliche Vorteil eines IR übertragenen Verbrauchs ist, das die selben Werte übertragen werden, mit denen der Messtellenbetreiber seine Rechnung erstellt. Das war es aber auch.
2 Sachen fallen mir dazu noch ein: der Preis und der Installationsaufwand.
Es gibt allerdings auch Stromzähler die über die IR-Schnittstelle nur wenig preisgeben und da kommt man um den Einbau eines Stromverbrauchsmessgerät wie z.B. den Shelly kaum herum wenn einen die Daten denn interessieren.
Oder wie bei meinem Zähler, da ist die IR-Schnittstelle eine Fehlkonstruktion.
Wenn ich ganz dolle nachdenke, fallen mir bestimmt auch noch andere Unterschiede ein. Sei es Netzwerkstabilität oder Saldieren, oder, oder,…
Ich sage ja gar nicht das die IR Schnittstelle schlecht ist, könnte ich sie nutzen, würde ich es wohl machen. Aber ungenau ist der Schelly em3 jedenfalls nicht.
Es gibt noch eine dritten - mein Smartmeter hat ein Plastikgehäuse übergestülpt , das sich nicht entfernen läßt - so das ich neben den Einbau eines Shelly Pro 3em noch Lan Kabel verlegen konnte bis zum Werkstadt Raum weil ich nur dort WLAN Empfang habe und einen Repeater betreibe