Neues Smarthome Projekt in Bestandshaus

Hallo liebes Forum,

Ich habe mich hier angemeldet, in der Hoffnung ein paar Ratschläge oder Hinweise zu bekommen.

Ich und meine Frau haben für unsere Familie nun ein Haus gekauft und der Umzug ist noch dieses Jahr. Es ist ein großes Einfamilienhaus, 2 Vollgeschosse, Baujahr 2006, massiv (36,5 Poroton, T12), voll unterkellert.

Zum jetzigen Zeitpunkt liegt weder eine IP-Verkabelung noch eine Busleitung.

Ich habe mich nun die letzten Wochen und Monate intensiv mit der Thematik Smart Home und Energiemanagement beschäftigt. Es sind beides aber unendlich komplexe Themen wie ich feststellen musste und nun spuken mir so einige Ideen im Kopf bzgl. der bestmöglichen und effizientesten Vorgehensweise, meine Ideen und Projekte umzusetzen. Genau hier möchte ich euer Schwarmwissen und vor allem eure Erfahrungen anzapfen.
Also schonmal vielen Dank an jeden, der sich hier irgendwie beteiligt.

Das erste größere Projekt im Haus soll eine PV-Anage nebst Speicher sein.
Zeitgleich werden wir direkt nach dem Einzug die Kinderzimmer renovieren.

Das renovieren der Kinderzimmer würde mir die Gelegenheit geben, auch ein paar Leitungen unterputz zu verlegen.

Da ich zunächst sehr mit dem KNX-Bus geliebäugelt habe, war hier mein Gedanke, einfach erstmal in den Kinderzimmern einen KNX-BUS zu verlegen und diesen in einer Verteilerdose enden zu lassen, um irgendwann mal damit weitermachen zu können.
Je mehr ich mich jedoch damit beschäftige, um so mehr frage ich mich, ob es den BUS überahaupt braucht?
Derzeitig tendiere ich mehr dazu auf dem NAS HomeAssistant laufen zu lassen, Shellys hinter jede Steckdose und jeden Schalter zu klemmen und lediglich Stromleitungen zu den Rolläden und Zeitkörperventilen zu ziehen, um diese elektrisch nachrüsten zu können.

Das würde sehr viel Arbeit ersparen, zumal das Haus auch in seinem sehr guten, bezugsfertigen Zustand ist und ich aus diesem Grund eigentlich nicht unnötigerweise alle Wände aufreißen möchte.

Die große Frage ist, verpasst man irgendwas, wenn man auf KNX verzichtet? Abgesehen von den schönen Glastastern :smiley:

Eine IP-Verkabelung im Haus werde ich auf jeden Fall noch vornehmen aber auch dies würde ich gerne so weit wie möglich aufputz erledigen. Muss ich mir dann vor Ort anschauen, ob ich das irgendwie dezent umgesetzt bekomme. Andernfalls gehts halt nicht ohne schlitzen. Auch hier würde sich dann wieder die Frage stellen, ob es SInn macht, direkt Busleitungen mit zu verlegen.

Am Ende möchte ich vor allem ein Smarthome System gekoppelt mit einem Energiemanagementsystem, welches es mir erlaubt, große Verbraucher zu günstigen Zeiten automatisch zu betreiben, maximalen Komfort durch hohe Automatisierung im Haus bei gleichzeitig geriger Wartungsintensität (alle 2 Jahre Batterien wechseln fällt flach), Sprachsteuerung für Beleuchtungsszenen, Wettervorhersagen, etc., Haustürschließanlage mit Fingerprint. Und wenn ich das angehe, möchte ich es halt so effizient wie möglich angehen und nicht haufen Arbeit für die Katz erledigen oder Investitionen tätigen, die nicht hätten sein müssen. Dabei ist mir auch wichtig, dass es alles schick und ordentlich aussieht. Also irgendwelche Bastel-/Pfuschlösungen sind für mich auch inakzeptabel.

Ich freue mich auf eure Gedanken und Erfahren und Danke jedem, der diesen Berg an Text gelesen hat :slight_smile:

Viele Grüße

Herzlich Willkommen im Forum. Meiner Einsicht nach gibt es zwei Möglichkeiten an ein Smarthome zu kommen. Entweder man bastelt es sich selbst, oder man gibt ganz unglaublich viel Geld aus, weil man es machen lassen muss. Mann kann natürlich auch basteln und viel Geld ausgeben. Batteriewechsel alle zwei Jahre ist zu aufwendig? Von dem Gedanken würde ich mich befreien. Ansonsten musst du für jeden kleinen Sensor eine Stromversorgung legen.
Was man haben möchte, stellt sich ggf. auch erst heraus wenn man angefangen hat. Aber einmal Netzwerkkabel vom Keller bis zum Dachboden ziehen, halte ich für sinnvoll so lang das Haus noch leer ist. Es gibt auch die Möglichkeit Kabel hinter Fußleisten zu verstecken.

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Danke für die Antwort. :slight_smile: ich bezog mich mit Bastel und Pfuschlösungen mehr darauf, dass es eben nicht danach aussehen soll. Wenn irgendwas irgendwo sichtbar ist, dann soll es halt wertig aussehen und sich ins Haus einfügen.

Die Befürchtung, dass sich vieles erst erschließt, wenn man angefangen hat, hab ich auch :grinning_face_with_smiling_eyes: da ich durchaus bereit bin, da auch nochmal Geld zu investieren (so ganz hat mich eine komplette KNX-Verkabelung noch nicht losgelassen, würde ich dann aber sicher verlegen lassen) will ich halt nicht irgendwo in Sackgassen rennen und mir dann denken "na hättste das mal gleich gewusst*.

OK, das es ordentlich aussieht ist wichtig für den WAF. Wenn man bei uns den Netzwerkschrank übersieht, der ist im Keller, dann könnte man meinen man sei in einem ganz normalen Haus. Jeder Lichtschalter ist genau so zu benutzen wie ein normaler Lichtschalter. Die Heizungsventile sind elektrisch, das könnte man sehen. Auch den ein oder anderen Fensterkontakt. Aber wer kein Auge dafür hat, der wir es übersehen.
Bei Knox kann ich nicht helfen, da fehlt mir jede Erfahrung. Aber grundsätzlich wird es nicht ganz einfach auf Batterie betriebene Geräte zu verzichten. Meine Heizungsventile und Fensterkontakte laufen z.B. mit Batterien. Anders wird das auch schwierig.
Steckdosen und Schalter werden über 230V mit Strom versorgt. Dafür benutze ich hauptsächlich Shellys aber auch ein paar von Homematic(IP). Ist halt ein gewachsenes System und HA erlaubt es viele verschiedene Systeme miteinander zu verbinden und zentral zu steuern. Wichtig ist das Netzwerk, deswegen mein Ratschlag zumindest die Stockwerke mit Kabel zu versorgen. Mein Haus ist etwas älter, mit neuer Elektrik ist dann auch gleich Netzwerk in jeden Raum gekommen. Kann man nicht genug haben. Aber zumindest einen Access Point pro Stockwerk sollte man einplanen, egal ob mit oder ohne Smart im Home.
HA hat geringe Einstiegskosten, und es gibt fast immer jemanden der ein Problemchen vor einem hatte. Ich nehme an das du hier dafür m Forum gerade die aktuelle Diskussion über die richtige Serverhardware verfolgst. Ich benutze einen Pi4 8GB, man kann aber auch über so einen MiniPC nachdenken. Das würde ich nicht dogmatisch sehen. Bei der anderen Hardware würde ich mir ersteinmal Gedanken machen was man eigentlich erreichen möchte. Es gibt Leute und ich zahle mich fast mit dazu, die sagen ‚Smart wird es erst, wenn man keine App mehr braucht‘. Klingt vielleicht übertrieben, aber ein Praxisbeispiel erläutert den Spruch. Wenn ich meinen Fernseher einschalte, registriert das HA und schaltet die Steckdose mit dem AV Rack ein. Das AV Rack hätte ohne Netztrennung guet 10w Standby Verbrauch. Der Shelly, der das ganze schaltet, hat einen Eigenverbrauch von ca. 2W. Das spart immerhin 8w. Bei PV Überschuss wird im Altbau Keller ein Luftentfeuchter eingeschaltet. Wenn der Bewegungsmelder auf der Auffahrt auslöst, wird auch im Hof das Licht geschaltet. Das Extrakabel das man normalerweise braucht, wird einfach durch ein Funkrelais ersetzt. Aber natürlich kann man auch die App benutzen. Ich z.B. benutze häufig den Energiemonitor oder um auf der Couch den Dimmer vom Wohnzimmer einzustellen. In Verbindung mit dem Fernseher hatte ich das auch schon Mal automatisiert.

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vielen Dank für deinen Input. Also wenn es bei ein paar Geräten nicht ohne Batterien geht bzw nicht ohne erheblichen Aufwand, dann kann ich damit auch leben. Ich stelle es mir auf jeden Fall ebenfalls so vor, dass man für nichts eine App braucht. Eigentlich soll alles zentral programmiert und automatisiert sein, wie du es angesprochen hast und wenn man mal händisch was schalten muss / will, dann solte dies auch einfach per Sprachbefehl funktionieren. Aber je mehr ich mich damit beschäftige, umso mehr sehe ich, dass ich dies auch alles wunderbar mittels Matter / Zigbee etc. umsetzen kann und es auch von diversen Herstellern (bsp. Aqara, Iotty etc.) schöne und moderne Schalter / Displays etc. gibt.
Eine Frage hätte ich an dich:
Du sagtest, dass ich wenigstens einen Accespoint in jedes Geschoss legen sollte. Lassen sich damit aus deiner Erfahrung die meisten Geräte störungs- u. einigermaßen Latenzfrei betreiben?
Bei den modernen WLAN-Standards hat es mich ehrlich gesagt immer verwundert, dass trotzdem zu einer festen Verkabelung geraten wird.
Der einzige Gedanken, der für mich dann wieder für Leitungen spricht, wäre Power over Ethernet. Aber wie oft brauch man das tatsächlich? Mir fällt spontan nur das Türschloss für die Hauseingangstür ein.

Falls es jemanden gibt, der sich mit KNX auskennt: verpasse ich irgendwas essentielles, worüber ich mich vielleicht später ärgere, wenn ich keine BUS-Leitungen verlege?

Herzlich Willkommen!

Ich lebe in einer Mietwohnung, das heißt, es musste alles so gestaltet werden, dass es immer zerstörungsfrei rückbaubar ist. Ohne Bauarbeiten.
Ich verwende für die Geräte Matter-Stecker (Meross MSS315) mit Energiemonitor, bzw. im Garten den MOP320. Diese sind so platziert, dass sie nicht sichtbar sind. Es gibt immer irgendwo ein Kasterl oder einen Schrank oder im Garten ein Gebüsch.
Seit 2023 ein Blinksystem in Betrieb, bis heute keine Batterie gewechselt!
Gartenlicht geht an, sobald die Blinkkamera eine Bewegung registriert.

An der Eingangstüre ein Switchbot Lock Ultra Vision.

Die Wohnung ist auch zweigeschoßig , funkt alles auf WiFi 6, keine Verkabelung. Für mich reicht es genau so wie es ist.

Ich hatte vor den Matter Geräten WLan Stecker mit LocalTuya integriert. Diese Integration ist in unregelemäßigen Abständen und ohne erklärbare Fehler im Log abgeschmiert. Einfach so.

Seit Umstieg auf Matter hatte ich keine Probleme mehr.

Es hängt stark davon ab, was du bereit bist zu investieren. An Zeit und an Geld.

Hi das klingt ja nach einem coolen Projekt. Ich habe bei uns in der Eigentumswohnung einmal alles auf links gedreht und komplett KNX verbaut. Das habe ich damals aufgrund des Standards und aufgrund der Basis zum Smart Home begründet.

Ich hatte vorher schon einige Smart Homes mit Shelly, Zigbee, und anderen Technologien aufgebaut. Man wird zwangsläufig irgendwann (und wachender Komplexität auch immer öfter) zum Problemlöser. Sei es Hier mal Batterien wechseln oder hier eine Verbindung debuggen. An sich nichts schlimmes wenn man sich dafür interessiert. Muss einem halt bewusst sein. Auch Home Assistant als zentrale Steuerung ist super aber wenn der Server mal ausfällt steht man da und hat im schlimmsten Fall kein Licht oder warme Wohnung. Dagegen kann man sich schützen aber das macht alles nur noch komplexer.

KNX dagegen ist in sich ein eigenes Bus System bei dem es (abseits vom Netzteil, dass man redundant auslegen kann) erstmal keine zentralen Komponenten gibt. Hierbei ist es extrem robust gegenüber Ausfällen. KNX muss auch nicht zwingend teuer sein wenn man sich selbst damit befasst und die Parametierung selbst erledigen kann.

Ich persönlich finde KNX als das beste was man im Smart Home machen kann um die Basis zu legen. Klar hab ich auch ein paar Thread und WiFi Komponenten, da es nicht immer Sinn macht an jede Ecke ein Buskabel zu legen und es manche Sachen gar nicht für KNX gibt. Am Ende muss das jeder selbst entscheiden. Wenn die Elektrik raus muss wäre das für mich ein Nobrainer. Bei guter Elektrik muss man schauen. Ich habe zum Beispiel gerade ein Projekt wo Raum für Raum auf KNX umgerüstet wird. Auch sowas ist möglich. Was ich auch sehr sexy finde ist auf normale Taster (KNX) Aktionen vom Home Assistant zu legen wie zum Beispiel Küche saugen für den Saugroboter.

Und wenn du bei KNX landen sollst schau dich um auf dem Markt gibt es wirklich viele Hersteller und es sind richtig geile Sachen bei. KNX ist ein System bei dem du am Anfang viel Zeit und Hirnschmalz reinsteckst aber dann läuft es und zwar Jahrzente. Home Assistant kann man dann immer noch obendrauf packen und komplexere Automationen damit machen aber ist eben nicht zwingend notwendig und du kannst auch mehrere Smart Home Systeme an KNX koppeln wie du willst.

Was ich zum Ende noch anbringen will und meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Punkt ist, ist die Nachhaltigkeit des Systems. Wer auf KNX setzt kann im Zweifelsfall von jedem zertifizierten Partner Hilfe bekommen, wenn du das System (aufgrund welcher Umstände auch immer) nicht mehr administrieren kannst. Das selbe gilt auch für den Verkauf. Wenn nur du das System verstehst will es erstmal keiner kaufen. Klar kann man es vllt. rückbauen aber mit der Zeit wird das nur immer mehr.

Netzwerk solltest du separat planen und auf jeden Fall in jedem Stockwerk 2 Anschlüsse vorsehehen. Wenn du richtig loslegen solltest mit KNX kannst du Netzwerk mit dazu machen. Das klingt jetzt vllt etwas overkill aber wenn du zum Beispiel eine Einliegerwohnung hast solltest du dir überlegen eine Glasfaserleitung dort hinzulegen vom Hausübergabepunkt. Falls ihr Glasfaser habt/bekommt und ein Mieter sein eigenes Netz möchte

Danke für den Input. So ähnlich sehen ich es derzeitig auch.
Kannst du mir etwas dazu sagen, wie du Räume einzeln auf KNX umrüstest?
Wir wollen zum Beispiel zu erst die Kinderzimmer neu machen und da kam mir schon der Gedanke, direkt ein Buskabel mit zu verlegen und dieses einfach erstmal irgendwo in einer Verteilerdose enden zu lassen. Einfach damit es erstmal in der Wand ist.

Also meistens ergibt es keinen Sinn beides parallel zu betreiben. Du willst ja auch gleich die Vorteile von KNX. Es gibt bei KNX + (230V) grundsätzlich 2 Kabelführungen die man machen kann (zentral oder dezentral).

Bei der zentralen Kabelführung (die man deutlich häufiger sieht) gehen alle Verbraucher direkt in den Schaltschrank und werden dort von Aktoren geschaltet, gedimmt oder gemessen. Das bedeutet aber, dass zu dem Schaltschrank viele Kabel gehen müssen und wenn man nicht gerade die Decke abhängt wird es schwierig so viele Kabel zu verstecken (je nachdem wo der Schaltschrank ist).

Die dezentrale Kabelführung sagt aus, dass an die Verbraucher jeweils KNX und 230V gelegt werden und dort wo der Verbraucher ist ein UP Aktor eingesetzt wird. Der Vorteil hierbei ist, dass man in den Raum nur einmal mit Busleitung und einmal mit 230V rein muss. Das spart enorm Kabel. Jedoch werden deutlich mehr Aktoren benötigt und es wird somit teuerer.

Welche Variante man wählt ist komplett abhängig von der Ausgangssituation.

Die Sensoren und Taster werden in beiden Varianten ausschließlich mit dem Buskabel bedient. Dieses schlängelt sich von einem Sensor zum nächsten und geht am Ende in den nächsten Raum.

In beiden Fällen sollte im Hauptschaltschrank ein KNX Buskabel enden und platz für ein Netzteil (ausgelegt gemäß der Anzahl an KNX Teilnehmern) und ein KNX IP Router/Interface sein. Meist sind das zusammen 5 TE, besser du reservierst dir mindestens 12 TE für Systemkomponenten.

Nach Außen (sofern notwendig z.B.: Wetterstation, Außenbewegungsmelder, etc.) sollte man eine separate KNX Linie planen (beinhaltet ein Netzteil und einen Linienkoppler im Schaltschrank) um den Außenbereich abzusichern. Auch bei einer Einliegerwohnung kann das Sinn ergeben.

Das wichtigste beim KNX ist es am Anfang einen guten Plan zu machen und im besten Fall diesen jemandem zu zeigen der das schon ein paar mal gemacht hat.

Auch Schlitze in den Wänden sehen erstmal sehr viel schlimmer aus als sie sind, denn die wieder zu schließen ist meist gar nicht so viel Arbeit.

In unserem Fall war es eine Einliegerwohnung die ein eigenes Feld in einem großen Verteilerschrank hatte und so die Kabel relativ versteckt gezogen wurden. Hier haben wird den zentralen Ansatz verfolgt und die Lampen mit 24V DC gesteuert.

Garage, Keller und Außenbereich kamen danach und irgendwann wird auch der letze Raum auf der Etage mit KNX versorgt.

Vielen Dank. Das deckt sich alles mit dem, wie ich es auch schon recherchiert habe. Ich glaube, am Ende komm ich nicht drum rum, mal mit einem Elektriker vom Fach nen Termin zu machen und das anhand unserer baulichen Begebenheiten zu erörtern.

Es wird also auf eine feste KNX Installation hinauslaufen und hier und da ergänzungen über drahtlose Systeme (Heizung bspw.)

Ich danke euch allen vielmals. Ihr habt mir sehr geholfen.

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OT: Ich habe gesehen das es bei einigen Shellys auch KNX Konfigurationsseiten gibt. Die haben ja keinen Bus, wie funktioniert das ganze dann? Bestimmte Dinge möchte ich unbedingt auch dezentral benutzen können, deswegen haben z.B. einige Direktverknüpfungen in HomematicIP. Kann man so etwas über KNX auch mit Shellys realisieren?

Shelly kann KNX IP Routing. Das bedeutet, dass auf der KNX Linie unbedingt ein KNP IP Router sein muss (ein IP Interface reicht nicht). Dann kann man über WLAN auch direkt Telegramme in die KNX Linie leiten. Das ermöglicht dann native Steuerung von Shellys als KNX Aktoren oder auch die Steuerung von KNX Aktoren aus dem Shelly heraus.

In der ETS muss für jeden Shelly aber ein Dummy angelegt werden damit die Filtertabellen korrekt geschrieben werden.

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Danke für die schnelle Antwort! D.h. man legt ca. 260€ für einen KNX Router auf den Tisch und benutzt dann quasi eine Backupleitung für KNX um IP fähige KNX Geräte als Direktverknüpfung steuern zu können? Für das Geld kann man da schon mal in die KNX Welt hineinschauen. Also z.B. einem Shelly sagen, wenn ein bestimmter Shelly geschaltet wird, also z.B. als Lichtschalter, dann schalte du, als zweiter Shelly dein Relais auch auf Durchgang. Also ganz grob umrissen…

Der KNX IP Router verbindet KNX IP mit KNX TP. Das bedeutet, dass diese beiden Netze verbunden sind und Kommunikation stattfinden kann. Wenn ich nur von Shelly zu Shelly schalten möchte kann ich das theoretisch auch ohne KNX IP Router machen. Der Router ist aber auch für die Parametrierung der KNX Anlage sinnvoll. Wenn man im selben Netz bleibt kann man auch ohne ETS und Filtertabellen arbeiten.

Also KNX ist ja komplettes Neuland für mich, aber ich wundere mich schon über die Möglichkeiten. Das Datenpunkte Dokumentiert sind ist super, aber der Preis! WTF! Ich habe lange nicht mehr gezählt wie viele Geräte ich eigentlich laufen habe, aber die 64 Geräte Limitierung knacke ich locker. Mehr geht nur wenn man statt 350€, dann 1000€ auf den Tisch legt.
Ich sehe es ein, es ist eine andere Klasse, für ein anderes Klientel/Anwendungsgebiet. Nichts für mich.

Tatsächlich ist es für Heimuser fast nie so, dass man die 64 Geräte Grenze übersteigt, da ein 32-fach Schaltaktor das ganze Haus versorgen kann aber nur als 1 Gerät zählt. Auch die Taster sind eigentlich immer noch zusätzlich Temperatur- und Feuchtesensoren und zählen somit auch nur als 1.

Ich habe in fast allen Projekten die 40er Marke fast nie geknackt. Klar wenn man alles dezentral macht schafft man das schon irgendwann aber auch nicht alles muss ins KNX. Es sollte eine solide Basis abbilden.

Außerdem kann man sich bei vielen Elektrikern oder Partnern den Lizenz USB Stick für etwas Geld auch mal ausborgen um die Parametrierung zu machen.

Wenn man bedenkt, dass man mit der Professional Lizenz aber auch für andere Projekte anlegen und pflegen kann, kann sich das am Ende wieder lohnen.

Falsche Frage ! - die Frage sollte eher lauten, welche Anforderungen und Wünsche habe ich an ein Smarthome-System und dann mit welchem System kann ich mir dieses umsetzen.

Bei einem Neubau ( oder Kernsanierung ) würde ich immer kabelgebundene Technik nutzen, weil es nicht besseres gibt - da kommt keine Funklösung dran.
Ob das nun KNX oder evtl. Loxone ist, muss man dann entscheiden.

KNX hat den riesen Vorteil, es ist vollkommen ausgereifte Technik, kompletter Herstellerübergreifend nutzbar und kann auch später immer weiter ausgebaut werden, wenn man vorher schon an die Verkabelung denkt.

Loxone ist noch ziemlich neu, technisch aber hoch interessant, aber mit dem Nachteile, das es nur eben einen Hersteller gibt für Aktoren usw. - wobei in Sachen Lampen usw. kommen immer mehr dazu.

Was die Kosten betrifft, die Aktoren sind nicht der Kostentreiber, im Gegenteil. Viele KNX-Schaltaktoren mit vielel Kanälen sind sogar günstiger als eine vergleichbare Installation mit Shellys und Co. - das ist nämlich der Vorteil von KNX, es muss ja nicht Gira oder Jung sein, gibt ja genug andere, auch günstigere und gute Hersteller dafür.
Der Kostentreiber bei KNX/Loxone ist die Verkabelung mit Buskabel und Stromkabel zu jedem zu schalten / zu dimmenden Gerät und wenn man KNX selber konfigurieren will, braucht es eben noch die ETS-Software, die nicht sonderlich günstig ist - zudem entsprechende Zeit und Muse sich da einzuarbeiten.
Alternativ man holt für jede Änderung einen Fachmann, was dann aber richtig teuer wird.

Ich hab einen Bekannten, dessen Haus ist komplett mit KNX ausgerüstet - und beneide ihn darum, alleine schon weil ich Techniker und für sowas immer zu haben bin.

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Danke für deinen Beitrag.
Wenn ich das Haus kernsanieren würde, würde ich auch nicht drüber nachdenken. Es ist aber halt von 2006 und komplett bezugsfertig. Da MUSS wirklich gar nichts gemacht werden.
Ich möchte halt etwas sinnvolles für die Zukunft und mich diesbezüglich halt aufstellen. Und mich in solche Sachen wie ETS reinzufuchsen macht mir halt auch Spaß. Spaß würde aber auch die Erstellung eines smart homes über andere Standards machen.

Ich hab jetzt mal Elektriker mit der Erstellung von Angeboten beauftragt und vielleicht Krieg ich die Kosten ja mit eigenleistung (schlitzen) bisschen gedrückt.

Es fühlt sich doch einfach so an, als wäre es mit KNX auf die lange Zeitschiene das vernünftigste.

Da empfehle ich den YT-Kanal von Torben Ledermann - der hat viele Videos zu KNX gemacht, auch in Kombi mit HA, meist Geräte-Vorstellungen aber auch Steuerungen in HomeAssistant mit KNX usw.

Und wenn du richtig tief einsteigen willst, er hat auf Udemy mehrere komplete Video-Schulungen, zu KNX, eine zu KNX mit HomeAssistnant, dann noch Modbus und Dali und die sind richtig gut.

Die Schulungen sind immer wieder mal für kleines Geld im Angebot - aktuell z.b. für 14,99€ ( bzw. der KNX für 22,99€ statt 130 ) pro Kurs.

Ich hab mir die mal gegönnt, weil mich KNX interessiert und hatte wenig Ahnung vorher, heute kann ich Gerät parametrisieren - und ich bin kein Elektriker,

Ich würde lediglich ein LAN Backbone mit WLAN Accesspoints aufbauen.
Ich habe das Haus BJ 86 vor 3 Jahren gekauft. Damals gabs nur Telefonleitungen, davon habe ich in jedem Zimmer 2x 8DA reichlich.
Ich habe durch Leerrohre LAN Kabel gezogen und erreiche damit alle wichtigen Punkte für ein stabil aufgespanntes WLAN.
Als erstes kam die Sungrow PV Anlage die habe ich über Modbus-LAN dran.
Dann die vorhandene Viessmann Heizung über WLAN - ViessmannCloud (leider) an HA
Dann Homematic für die Fussbodenheizung und Rolladen, da gibts es Reichweitenprobleme wegen CCU mit eigenen Frequenzen
Neuerdings möglichst nur noch Shells weil über WLAN zu betreiben.
Achja auch der Gardena Mähroboter läuft über WLAN

Was ich sagen will damit, alle diese Geräte können kein KNX, was sollte es also bringen ?