wir haben uns ein Haus geschnappt und wollen das jetzt Stück für Stück auf Vordermann bringen. Da sowieso alle Wände offen sein werden, bietet es sich ja an, gleich die komplette Verkabelung neu zu machen.
In unserer jetzigen Wohnung war das Thema Kabel nie wirklich relevant. Mein Dad ist zwar Elektriker, aber schon in Rente – und wenn ich mit „Smarthome“ ankomme, schaut er mich eher fragend an.
KNX habe ich mir mal angesehen, aber allein die Kosten schrecken mich schon ab. Wir nutzen aktuell Home Assistant und haben auch ein paar kleine Geräte und Automationen am Laufen. Deshalb hatte ich an Shellys gedacht.
Jetzt die Frage: Muss ich wirklich für jede Steckdose, jeden Schalter und jedes Licht ein Kabel bis in den Sicherungskasten ziehen und alles einzeln absichern? Oder wie geht man das am besten an, wenn man ein solides Grundgerüst haben will, ohne sich später doppelten Stress zu machen?
Wenn du die Wände sowieso offen hast käme für mich nur ein verkabelter Standard in Frage. KNX passt hierbei super. Die Frage nach den Kosten muss man sich selbst beantworten, da auch die Erneuerung einer alten Elektroinstallation mit hohen Kosten verbunden ist. Meist wird bei der Diskussion KNX vs. Konventionell ein maximal ausgebautes KNX System mit einer normalen konventionellen Elektrik verglichen. Wenn man dort aber alle Relais, Sensoren und smarten Taster hinzurechnet kommt man am Ende oft zu dem Schluss, dass KNX günstiger ist.
Zudem hab ich die vor und Nachteile auch hier mal beleuchtet.
Wenn du zum Beispiel nach günstigen Schaltern für KNX suchst kannst du dir mal Lingg & Janke anschauen.
Der Vorteil ist ein stabiles standardisiertes System zu haben auf das man mit Home Assistant aufbauen kann.
Bitte beachte, dass egal was du machst es gut dokumentieren solltest, falls du es nicht mehr administrieren kannst.
Naja seine Frage ist damit aber auch nicht beantwortet. Du sprichst dich nur für KNX aus. Du nimmst ihm die Angst vor den Kosten die er angesprochen hat.
Laienhaftes Wissen:
Soweit mir gekannt wird pro Raum abgesichert.
Küche ist da etwas anders. Da wir einmal die Küche abgesichert. Herd, Kühlschrank, Spülmaschine, evtl auch Microwelle werden jeweils auch abgesichert.
Waschmaschine und Trockner auch jeweils extra. Also großer Verbraucher bekommen einen Endstromkreis.
Also bei der Absicherung kann man entweder pro Raum absichern oder in jedem Raum einmal für Licht und einmal für Verbraucher jeweils abwechselnd auf 2 FIs. Das hat dann zur Folge, dass es nie überall dunkel sein kann wenn ein FI fliegt.
Alle Großverbraucher werden separat abgesichert.
Wie man die Verkabelung realisieren kann hab ich im Falle KNX hier beschreiben
Mein Dad hat durch seine anderen Renovierungen noch einiges an Material da, sodass die Elektrik erstmal günstig wäre.
Meine Frage: Kann ich erst nur das Datenkabel (oder ist das eigentlich ein normales Stromkabel mit extra Ader?) komplett verlegen und KNX später nach und nach einbauen? Bei einer kompletten Umsetzung wäre ich sonst bei rund 50.000 €, was aktuell einfach nicht drin ist.
Das Buskabel ist ein 4 adriges geschirmtes twisted-pair Kabel mit 0,8er Querschnitt (J-Y(St)Y 2x2x0,8).
Man kann es neben einer klassischen Installation kombinieren aber man hat dadurch nur weitere Kosten und da sich zumindest meistens die Philosophen darüber, wie die Kabel zu ziehen sind nicht wirklich decken, erzeugt es nur Mehraufwand ohne nutzen. Hier hab ich das nochmal ausführlicher geschrieben.
50.000€ halte ich für absolut viel zu viel für eine KNX installation, es sei denn es handelt sich um eine Villa mit sehr vielen qm. Am besten kann man sich mal aufschreiben welche Funktionen man in welchen Räumen haben möchte und dann kann man es vergleichen.
Wenn du die Parametrierung selbst machst und die Kabel dein Dad verlegt kannst du die Kosten nochmal massiv drücken.
Also ich halte 50k für absolut zu viel (was wäre denn da dabei?)
Ich rate Dir von KNX ab, unabhängig von den benötigten Aktoren brauchst Du für jeden Lichtschalter einen KNX Taster - alleine das wird schon recht teuer.
Ich würde prinzipiell mit Leerrohren und Einzeladern arbeiten und überall CAT7 und SAT Kabel verlegen sowie von allen Lichtschaltern die Kabel (das können auch die 4-adrigen EIB Kabel sein) direkt in den Schaltkasten ziehen, dann kannst Du mit ESP32 Aktoren arbeiten und zum Schalten Standard Taster verwenden (in meinem Fall laufen nur 12V via Hutschienennetzteil durch diese Leitungen zum Aktor die beim Drücken einen Impuls auslösen).
Nimm auch einen großen Schaltschrank, dann kannst Du dort noch S0 Counter etc. für die Stromüberwachung einbauen.
Wenn Du den Platz hast, ist auch ein MiniRack cool. Da kannst Du dann Patchpanels für Netz und SAT installieren und hast Platz für NAS und Steuerungscomputer. Bei FBH und Radiatoren würde ich TADO o.ä einsetzen.
Ich habe das übrigens bei mir so und bin super zufrieden - auch EIB/KNX, Wiregate etc. hatte ich schon bei einem Objekt realisiert und würde es definitiv nicht mehr machen.
Genau das schreckt mich ehrlich gesagt etwas ab – dass man bei KNX wirklich alles darüber laufen lassen muss und nicht mal spontan sagen kann: „Das hätte ich jetzt auch noch gern.“
Platz ist zum Glück kein Problem. Wir nutzen den Heizungsraum als Technikraum, da dort auch der Sicherungskasten sitzt. SAT, Kabel und Cat7 werden sowieso neu verlegt. Leerrohre wollte ich mir sparen, weil wir einen zentralen Schacht in der Mitte haben, den ich quasi als „Leerrohr“ nutzen kann. Von dort aus kann ich alles sternförmig verlegen, und falls später mal ein Kabel fehlt, ist das kein riesiger Aufwand.
Was ich mich aber noch frage: Wie mache ich das mit den Rollläden? Von Shelly gibt’s ja den Shelly Pro Dual Cover / Shutter PM – brauche ich da wirklich 17 Stück, wenn ich 17 Fenster habe?
Ich habe ein Haus in Spanien und da ist es wohl üblich Leerrohre in der Wand zu verlegen und dann Einzeladern rein zu ziehen. Ich finde diesen Ansatz gut und habe schon einiges aufräumen können, da die alte Verkabelung eher wie Kraut und Rüben aussieht. Und ich würde versuchen, irgenwie strukturiert zu verkabeln, d.h. zu zentralen Punkten oder Unterverteilern. Wenn mal was kaputt geht, kann man das Teil auch leichter austauschen, als z.B. Steckdosen auszubauen, um einen Shelly zu tauschen.
Die Shelly Dual Cover decken pro Gerät 2 Rolläden ab. Somit brauchst du davon nur 9 Stück. Damit hast du aber auch 3 angefangene Reihen im Schaltschrank. Alternativ kannst du auch Shelly 2PM in die Anschlussdosen bei den Rollläden reinpacken, da dann am besten in eine Electronicdose (die haben noch einen zusätzlichen seitlichen Anschlussraum)
Oder du nimmst 17 Shelly Pro 2PM die müssten dann in 1,5 Reihen passen. Kostet aber fast das doppelte wie die wie die dual.
Bei KNX gibts 24-fach Universalaktoren die 12 Rollläden in einer Reihe schafft.